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Forschung / Publikationen

 

Das Innenohr besitzt eine komplexe, hoch differenzierte Struktur, die bei Schäden keine Regeneration aufweist. Folglich sind Hörschäden dauerhaft.

 

Das VIANNA untersucht die Ursachen und Folgen von Hörschäden und sucht nach Möglichkeiten diese zu verhindern, kompensieren oder zu beheben.

 

Auf dem Gebiet der Grundlagenforschung untersuchen wir, wie das Hörsystem funktioniert, wie es Schall in neuronale Aktivität umwandelt, diese verarbeitet und sich auf unterschiedliche Bedingungen und Bedürfnisse anpassen kann. Diese Fähigkeiten verursachen, dass sich nach Hörschäden das Hörsystem umorganisiert, was Vor- und Nachteile für die Therapie bringen kann.

 

Auf dem Gebiet der Therapie von Hörschäden erforschen wir die Möglichkeiten der Regeneration des Innenohrs durch den Einsatz von Wachstumsfaktoren und Stammzellen. Mit Hilfe von Nanopartikeln werden in die Sinneszellen im Innenohr Stoffe eingeschleust, die regenerative Prozesse anstoßen sollen.

 

Um Hörschäden zu kompensieren, werden prothetische Lösungen erforscht: Einerseits wird die Übertragung des Schalls ins Innenohr durch Mittelohrprothesen unterstützt, andererseits wird die mechanische Wanderwelle im Innenohr durch pulsartige Reizung mit Laserlicht unterstützt. Dies könnte zu Innenohrprothesen einer neuen Generation führen, die selektiv verlorene äußere Haarzellen ersetzt.

 

Bei dem kompletten Verlust von Haarzellen müssen therapeutisch die Hörnervfasern aktiviert werden. Dies erfolgt klinisch mit Hilfe von Cochlea-Implantaten, den klinisch erfolgreichsten Neuroprothesen.

 

Um diese weiter zu verbessern, erforschen wir die Applikation von Medikamenten über das Implantat, die Wirkung von Wachstumsfaktoren auf das Überleben vom Hörnerv, die Beschichtung von Implantaten mit Nanopartikeln, die das Wachstum von Bindegewebe und dessen negative Wirkung modulieren. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Oberflächenkonditionierung der Implantate, die deren Einwachsen kontrollieren soll. Chirurgisch erforschen wir neue Zugänge zum Innenohr und versuchen, die Lage des Implantats in der Scala tympani zu kontrollieren. Mit Hilfe von Robotertechnik soll die Einführung eines CIs ins Innenohr kontrollierter und reproduzierbarer erfolgen.

 

Unsere elektrophysiologischen Arbeitsgruppen untersuchen neue zentrale auditorische Neuroprothesen, die bei Beschädigungen oder Missbildungen des Hörnervs das Hören ermöglichen sollen.

 

Unsere Arbeiten auf dem Gebiet der zentralen Verarbeitung von auditorischen Reizen untersuchen, wie sich das räumliche Hören von gehörlosen Patienten vermitteln lässt und welche Möglichkeiten der Therapie von angeborener Gehörlosigkeit bestehen. Sie zeigen, wie bei angeborener Gehörlosigkeit das Hörsystem vom anderen Sinnesmodalitäten übernommen wird, was ursächlich zu den sensiblen Perioden beitragen könnte.

 

Publikationen